Heilpraktiker, ein (deutsches) Thema für sich...

In Deutschland praktizieren laut statistischer Erhebung für das Jahr 2007 insgesamt rund 24.000 Heilpraktiker/innen, davon sind 18.000 Frauen! 
Die Frage die ich mir stelle: Die können wirklich alle davon leben? 
Da hat doch eine Diplom-Krankenschwester oder diplomierter Pfleger mehr Ahnung! Denn: 
Heilpraktiker ist kein Ausbildungsberuf. Die Ausbildung in Deutschland ist gesetzlich nicht geregelt. Es gibt private Heilpraktikerschulen, deren Anspruch und Seriosität von unterschiedlicher Natur sind. Angehende Heilpraktiker erwerben ihre Kenntnis an solchen Schulen, im Fernstudium oder in Abend- und Wochenendkursen. Die Anzahl der Unterrichtsstunden schwankt von 200 bis ?. Für Heilpraktiker gibt es keine Prüfungsordnung. Allerdings muss jeder Heilpraktiker beim Gesundheitsamt eine Überprüfung auf seine Kenntnisse und Fähigkeiten bestehen.
Viele Patienten bekommen unnötige oder unwirksame Behandlungsmethoden aufgezwängt und werden finanziell regelrecht „geschröpft". Doch besonders schlimm ist es, wenn aufgrund einer mangelnden medizinischen Ausbildung bestimmte Erkrankungen vom Therapeuten nicht rechtzeitig erkannt werden. Eine falsche Diagnose kann schlimme und manchmal sogar tödliche Folgen haben.
Natürlich gibt es Menschen, die auf Heilpraktiker schwören. Es schworen auch viele auf ihre Bankberater. Natürlich vor der Krise. Sie überlebten aber und viele "Patienten" von Heilpraktikern können sich nicht mehr beschweren...
Um bei den Vergleich Bankberater und Börsen-Gurus zu bleiben: Beide verkaufen ein Produkt, von dem sie wenig bis gar keine Ahnung haben. Ein Heilpraktiker hat kein jahrelanges Studium und schwere Prüfungen hinter sich. Ein Kurs, ein weißer Mantel, einige gescheite Bücher im Regal der Praxis und vielleicht eine Brille: Fertig ist der "Möchte-gerne-Mediziner", der wenigstens in Österreich beruflich nichts zu suchen hat!
Voraussetzungen für den "Heilpraktiker-Job":
Es gelten ein Hauptschulabschluss, Unbescholtenheit, sowie ein Gesundheitsnachweis als Voraussetzung für die Ausbildung zum Heilpraktiker.
Das Kompetenzgefälle zwischen Psychologischen Psychotherapeuten und Heilpraktikern Psychotherapie lässt immer wieder kritische Stimmen laut werden, die die Wirksamkeit der Methoden von psychotherapeutisch behandelnden Heilpraktikern in Frage stellen. Zum Vergleich: Heilpraktiker Psychotherapie durchlaufen maximal 1300 Stunden, die oft mehrere tausend Euro kosten.
Ein Psychologiestudium umfasst dagegen mehr als 8000 Stunden und schließt Klausuren, mündliche Prüfungen und eine wissenschaftliche Abschlussarbeit mit ein. Fredi Lang, Diplom-Psychologe im Referat Fach- und Bildungspolitik beim Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen: "Die meisten Heilpraktiker hätten gar nicht die Voraussetzungen für ein solches Studium."...
Übrigens zur Ergänzung: Ich halte auch nichts von Psychologen!
Hier noch als Ergänzung ein Dokument der Tierklinik Wien über "Tierheilpraktiker" in Österreich:
TIERBESITZER VORSICHT: TIERHEILPRAKTIKER SIND ILLEGAL
In einigen europäischen Ländern gibt es den behördlich anerkannten Beruf des "Tierheilpraktikers". Bei solch ausgebildeten Personen handelt es sich um solche, die nur über ein beschränktes medizinisches Wissen verfügen müssen, um ihren Beruf ausüben zu dürfen. Leistungserfordernisse sind noch wenig normiert, Mechanismen zur Qualitätskontrolle und zur verpflichtenden Weiterbildung kaum bindend geregelt. Dadurch ergibt sich, wie bei den „Human – Heilpraktikern“ ein sehr breites Spektrum an Tierheilpraktikern: von Scharlatanen und Kurpfuschern, hin zu sehr begabten und einfühlsamen Heilern, die gelegentlich durchaus Erfolge aufweisen können, die jenen der Schulmedizin entsprechen bzw. diese sogar übertreffe n. Intensives Eingehen auf den Patienten und das Verbinden mit glaubensähnlichen "Gedankenmodellen" verschaffen Heilpraktikern oft hohe Popularität, die vorwiegend durch Mundpropaganda gefördert wird. Aus dem medizinischen Halb- oder Unwissen ergeben sich jedoch immer wieder gravierende Behandlungsfehler.
Auch in Österreich treiben in letzter Zeit, vor allem in Pferdeställen „selbsternannte“ Tierheilpraktiker, wie Pferdedentisten, Tiertherapeuten, bzw. -psychologen oder Tierosteopathen ihr Unwesen. Mögen diese auch im europäischen Ausland mehr oder weniger gute Ausbildung genossen haben, so wird folgende Betrachtung zeigen, dass deren von sich selbst gezeichnetes Berufsbild eben wirklich nur „selbsternannt“ ist:
1. ZurAusbildungzum„Tierheilpraktiker“:
Wesentlich ist, dass § 1 Abs. 1 Z 8 Ausbildungsvorbehaltsgesetz, BGBl 1996/378 idF 2002/169, die Ausbildung zu Tätigkeiten, die durch das Tierärztegesetz, BGBl 1975/16 idF 2002/95, geregelt sind, ausschließlich den nach dem Tierärztegesetz dafür vorgesehenen Einrichtungen, das ist im Wesentlichen die Veterinärmedizinische Universität in Wien, vorbehalten ist. Das Anbieten oder Vermitteln derartiger Ausbildungen durch andere Personen oder Einrichtungen ist nach § 1 Ausbildungsvorbehaltsgesetz sogar schon als Versuch (z. B. Werbung) strafbar. Verstöße dagegen sind mit Geldstrafen bis zu € 36 300.- zu bestrafen. Das bedeutet, dass das Ausbilden zum Tierheilpraktiker in Österreich nicht nur nicht vorgesehen, sondern überdies mit Strafe bedroht und daher verboten ist....
Das ganze PDF-Dokument hier zum download
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