Samstag, 28. März 2015

UPDATE: Erinnerungen an "El Lute" und andere Storys aus der Film-und Unterwelt...

Es war eines meiner Lieblingslieder und in den "guten, alten Zeiten" in vielen Jukeboxes der ziemlich zahlreichen Rotlicht-Beiseln Wiens (wie dem ehemaligen "Pony" beim Messegelände, der "Milchbar" gleich ums Eck nach dem Schweizerhaus, dem "Kaffee Walter", vorher das "Café Busch" auf der Ausstellungsstraße, ein paar Meter entfernt das Beisel "Fuik" und die "Roswitha". Oder auch die legendäre "Mini-Bar" direkt am Praterstern, wo ein Bekannter von einem Freund beim "Zensern" (Kartenspiel) kaltblütig erschossen wurde. Weil das Opfer, ein Kellner in einer Praterhütten, erkannt hat dass er beim spielen "gelegt" wurde und sein verlorenes Geld zurück forderte. Vielleicht erklang sogar während der tödlichen Schüsse das Lied?  
Alle diese Lokale hatten aber etwas gemeinsam: Mehr oder weniger abgefackte "Quargel-Hütten". Tagsüber dösten sie im Schatten des Riesenrades und nachts erwachten sie zum Leben.... 
....und in fast allen hatte "El Lute" in den Musikboxen einen Stamm-Platzerl...
Das sind hervorgekramte Erinnerungen eines alten Ex-Ganoven an eine bereits in der Vergesslichkeit versunkenen Sub-Kultur....
Diese "nicht immer guten, auch nicht immer schönen, aber doch alten Zeiten" gab es. Ob es einst wirklich das angeblich versunkene Atlantis gab, ist fraglicher. Genauso wie die Frage nach der Existenz von Himmel und Hölle, und der eines Gottes...
Etwas aufregende, teilweise wehmütige, aber doch schon vergangene Zeiten für mich und andere, noch lebende, "alte Gauner, Strizzis, Praterbuam, Burenhäutlstrizzis, (Zuhälter die sich und ihre "Alte" wegen geringen Verdienst, hauptsächlich von Burenwurst oder "Leberkas" ernährten) und ehemalige "Bana" (abgefackte Huren) aber auch Nobelhuren, wie die Mädels von der Strizzi-Legende Franz K. (sogar noch aktiv, der Strizzi-Opa) die oft zu viert mit ihren Cadillacs abends in der Prater-Allee auf Kundschaft warteten.... 
Wehmütige (?) Erinnerungen an meine verblödete Jugendzeit, in denen ich noch "Gentlemen-Gangster" als wahre und nachahmungswerte Idole sah, und besonders Schauspieler wie Jean-Paul Belmondo oder Alain Delon (ein gemeinsamer Spitzenfilm der beiden genialen Darsteller: "Borsalino") als "schwere aber coole Burschen" mit Stil, Charakter und Niveau auf der Leinwand bewunderte....(in fast dreißig Jahren Zugehörigkeit zur Wiener Unterwelt traf ich aber sehr, sehr selten (bis auf sehr wenige Ausnahmen) ein echtes Wiener "Duplikat", eher "Fakes" davon....)
Aber ich kehre gedanklich wieder zurück, in die Filmklassiker-Zeiten, in denen auch ein köstlich agierender Jack Lemmon und seine kongeniale Filmpartnerin Shirley MacLaine wie lupenreine Diamanten in ihren Rollen glänzten. Lemmon als tölpelhafter, verliebter Flic (Polizist) und "Zuhälter" Nestor. MacLaine verkörperte brillant eine  liebenswerte "Hure", nämlich "Das Mädchen Irma la Douce"
Es folgten harte Zeiten in denen ich einem gewissen Jaques Mesrine meine Hochachtung zollte (auch noch heute). Nach der Lektüre seiner Autobiografie "Der Todestrieb" in einer Zelle in der JVA Stein las ich das 381 Seiten starke Werk in einem Tag. Mesrine war auch in der Realität der Typ Gangster, was Schauspieler wie Delon oder Belmondo in den Filmen verkörperten: Ein echter "Gentlemen-Gangster", mit dem Charisma eines "Robin Hoods"! Auch wenn er bis zu seinem Tod Staatsfeind Nr.1 in Frankreich und Kanada war. bis er von "Freunden und Helfern" 1979 förmlich mit Kugeln durchsiebt wurde...
Das Buch, seine Autobiographie, las ich ausgerechnet in der JVA Stein in einer ungemütlichen Zelle in einem Tag. Ein Ort, wie einer von jenen in Frankreich oder Kanada, wo Mesrine lange Zeiten seines Lebens verbrachte, um immer wieder auszubrechen. (Ich brach übrigens auch zweimal aus Gefängnissen aus, aber bei weitem nicht so spektakulär)
Nun aber zurück von der "Zeitreise" zu der Legende "El Lute", seinem Leben, dem "ZEIT.de" 1980 u.a. folgende Zeilen gewidmet hat (Auszug):
Wenn er will, kann Eleuterio Sanchez ein paar Peseten in die Musikbox stecken und die Gruppe „Boney M.“ die englische Originalfassung eines Schlagers singen hören, der von niemand anderem handelt als von ihm selber.
Denn „El Lute“, den Hörern deutscher Zunge von Michael Holm nahegebracht, ist ein Unikum. Es handelt sich um eine verschlagene Lebensgeschichte. Ihr Held existiert (und erhielt, was nur gerecht wäre, angeblich 100 000 Mark dafür, daß er seinen Namen herlieh)....ganzer Artikel

1 Kommentar:

  1. Ein Hammer, der "Hadern" ;-), Story vom feinsten!
    lG von Leo B.

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